AI Visibility Studie Bäckereien 2026: Joseph Brot und Öfferl im Kopf-an-Kopf-Rennen

8.12.2026
Anja Höbarth-Furniss, CSO & Head of SEO
GEO & SEO
Presse
Wer in Wien nach der besten Bäckerei sucht, landet immer öfter zuerst bei ChatGPT, Perplexity oder Gemini statt auf einer Bäckerei-Website. Im dritten Teil ihrer AI Visibility Studie 2026 hat SlopeLift gemeinsam mit otterly.ai untersucht, wie oft sich die 14 bekanntesten Wiener Bäckereien in den Antworten der wichtigsten KI-Systeme wiederfinden – und wie häufig ihre Websites dabei tatsächlich als Quelle verlinkt werden.

Warum Wiener Bäckereien in der KI-Suche sichtbar sein müssen

Ob Frühstückssemmel, Sonntagszopf oder die beste Mehlspeise im Grätzl: Immer mehr Menschen fragen dafür nicht mehr eine Suchmaschine, sondern direkt ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Die Antwort kommt inklusive Empfehlung, ganz ohne dass eine Bäckerei-Website besucht werden muss. Ob eine Marke dabei überhaupt genannt – und ihre Website als Quelle verlinkt wird – folgt dabei nicht immer derselben Logik.

Um dieses Muster für den Wiener Markt greifbar zu machen, hat SlopeLift gemeinsam mit dem KI-Monitoring-Anbieter otterly.ai die Sichtbarkeit von 14 der bekanntesten Wiener Bäckereien in den Antworten der wichtigsten KI-Systeme untersucht, klassische Konditoreien und Kaffeehäuser blieben dabei bewusst außen vor. Damit liegt bereits der dritte Teil der mehrteiligen Studienreihe vor: Nach der Molkereibranche im Mai 2026 und der Versicherungsbranche im Juli 2026 steht nun die Bäckerei-Szene der Bundeshauptstadt im Mittelpunkt. Das vollständige Zahlenmaterial ist in voller Tiefe unter studies.slopelift.com nachzulesen.

Methodik: 80 Prompts, sechs KI-Systeme, 14 Marken

Grundlage der Auswertung ist ein markenneutrales Set von 80 Prompts, verteilt auf acht Themenfelder – von Vergleichsfragen über Nachhaltigkeit bis zu B2B-Anfragen zur Gastronomiebelieferung. Erhoben wurde der Datensatz im Juli 2026 (1. bis 31.7.) über die Monitoring-Plattform Otterly.ai, die die Antworten von sechs Systemen auswertet: ChatGPT, Gemini, Perplexity, Microsoft Copilot sowie Google AI Overviews und Google AI Mode. Einbezogen wurden die 14 bekanntesten Wiener Bäckereien.

Joseph Brot vorne bei Erwähnungen, Öfferl bei Zitierungen

Bei den reinen Markenerwähnungen liegt Joseph Brot mit 45,3 Prozent Brand Coverage hauchdünn vor Bio-Bäckerei Öfferl (44,4 Prozent) – beide deutlich vor Ströck (30,6 Prozent), Anker (15,9 Prozent) und Felber (15,8 Prozent). Auch bei der Kaufwahrscheinlichkeit, die otterly.ai aus der jeweiligen Antwortposition ableitet, liegt Joseph Brot mit einem Wert von 77 Prozent an der Spitze.

Anders sieht das Bild bei den Domain Citations aus, also wie oft die eigene Website tatsächlich als Quelle verlinkt wird: Hier zieht Bio-Bäckerei Öfferl mit 2.098 Zitierungen an Joseph Brot (1.877) vorbei und stellt damit die meistzitierte Bäckerei-Website der Branche. Ein noch größerer Ausreißer zeigt sich bei Bäckerei Grimm: Während die Marke bei den reinen Erwähnungen lediglich Platz 6 belegt, springt sie bei den Domain Citations mit 1.023 Zitierungen auf Platz 3 – und lässt damit Ströck, Felber und Anker hinter sich.

Das Ergebnis zeigt ein branchenübergreifendes Muster: Wie schon in den vorangegangenen Studienteilen bestätige sich, dass ChatGPT, Perplexity und andere KI-Systeme längst selbst aktiv Empfehlungen aussprechen und Links setzen. Entscheidend dafür ist nicht in erster Linie Marktanteil oder Filialdichte, sondern wie gezielt eine Marke ihre Inhalte auf die Funktionsweise von KI-Systemen ausrichtet.

Reddit, Wien-Tourismus und Lokalmedien als unterschätzte Quellen

Ein zentrales Ergebnis der Auswertung: Die meistzitierten Quellen der gesamten Studie sind gar keine Bäckereien. Vor jeder einzelnen Marken-Website liegen google.com (3.813 Zitierungen), das Tourismusportal wien.info (3.177), die Plattform reddit.com (2.857) sowie das Lifestyle-Magazin 1000thingsmagazine.com (2.688). Die erste markeneigene Bäckerei-Domain, oefferl.bio, taucht in dieser Gesamtliste erst an fünfter Stelle auf. Reddit spielt dabei eine besonders große Rolle: Allein ein Diskussions-Thread zur besten Wiener Bäckerei bringt es, über das gesamte Prompt-Set gerechnet, auf über 300 Zitierungen. Bei allgemeinen Wissensfragen rund um Backwaren stützte sich die KI zudem auffällig oft auf deutsche statt österreichische Quellen – ein Indiz für fehlende heimische Inhalte in diesem Themenfeld.

Für Marketer liegt darin eine zentrale Erkenntnis für die Branche: bei Bäckereien verlassen sich KI-Suchmaschinen ungewöhnlich häufig auf Diskussionsforen und Regionalmedien anstelle der Markenwebsites. Für die Branche bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht dort, wo die KI ihr Wissen sammelt – kombiniert mit eigenen Inhalten, die eine Zitierung überhaupt erst lohnend machen. Klassisches SEO greift dafür allein zu kurz, GEO und Digitale PR als dessen Weiterentwicklung bringen beide Aufgaben zusammen.

Drei strategische Ansatzpunkte für Wiener Bäckereien

1. Content statt Markenbekanntheit als Zitier-Hebel: Nicht die bekannteste Marke wird automatisch am häufigsten zitiert – das Beispiel Bäckerei Grimm zeigt, dass gut aufgebaute eigene Inhalte unabhängig von der reinen Bekanntheit zu deutlich mehr Domain Citations führen können.

2. Sichtbarkeit abseits der eigenen Website nutzen: Plattformen wie wien.info und reddit.com sowie Regionalmedien wie meinbezirk.at oder falter.at werden von der KI öfter als Quelle herangezogen als der Großteil der Bäckerei-Websites selbst. Wer dort mit positiven Erwähnungen vertreten ist, gewinnt indirekt, aber messbar an KI-Sichtbarkeit.

3. Informative Content-Lücke schließen: Bei allgemeinen Wissensfragen rund ums Backhandwerk werden einzelne Marken kaum herangezogen, stattdessen dominieren generische Fachmedien und auffällig oft deutsche Quellen. Eigene Ratgeberinhalte können hier ansetzen und die Lücke an österreichischen Quellen füllen.

Die Studie versteht sich als Branchenservice und steht öffentlich zur Verfügung. Die vollständige Auswertung mit allen 14 Marken, sämtlichen 8 Prompt-Kategorien sowie dem Verlauf über den gesamten Juli ist in voller Tiefe unter studies.slopelift.com abrufbar.

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