Wenn KI-Antworten über die Sichtbarkeit entscheiden
Bei der Suche nach der passenden Kfz-, Haushalts- oder Krankenversicherung starten viele Menschen mittlerweile nicht mehr bei einer klassischen Google-Suche, sondern direkt im Chat mit einer KI. Die Antwort kommt in Sekundenschnelle inklusive einer Auswahl an Anbietern, ganz ohne dass eine einzige Versicherungswebsite besucht wird. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die für Versicherungsmarken zunehmend geschäftskritisch wird: Taucht die eigene Marke in diesen KI-generierten Empfehlungen überhaupt auf?
Um das für den österreichischen Markt greifbar zu machen, hat SlopeLift zusammen mit dem KI-Monitoring-Anbieter otterly.ai untersucht, wie oft heimische Versicherungsmarken in den Antworten der relevantesten KI-Systeme genannt und wie häufig ihre Websites dabei als Quelle referenziert werden. Es ist der zweite Teil einer mehrteiligen Studienreihe – im Mai 2026 stand mit der Molkereibranche bereits eine andere Branche im Fokus. Das komplette Zahlenmaterial inklusive aller Prompt-Kategorien lässt sich in voller Tiefe auf studies.slopelift.com nachlesen.
So wurde gemessen: 105 Prompts, sechs KI-Systeme, über 20 Marken
Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich vom 1. bis 6. Juli 2026. In dieser Zeit wurden die Antworten von ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Google AI Mode, Microsoft Copilot und Gemini auf insgesamt 105 Prompts ausgewertet, verteilt auf neun unterschiedliche Themenfelder – darunter Vergleichsanfragen, Fragen rund um den Online-Abschluss sowie allgemeine Informationsfragen. In die Auswertung flossen mehr als 20 österreichische Versicherungsmarken ein, erfasst über die Monitoring-Plattform Otterly.ai Brand Radar.
Allianz vorn – bei Erwähnungen wie bei Zitierungen
Kaum eine Marke wird von der KI so oft genannt wie die Allianz: Mit 23,7 Prozent Brand Coverage liegt sie klar vor UNIQA (10,8 Prozent) und Zurich (10,0 Prozent). Auch als Quelle wird allianz.at unter den heimischen Versicherungs-Domains am häufigsten herangezogen, insgesamt 373 Mal im Erhebungszeitraum. Bei der sogenannten Likelihood to Buy – also der Wahrscheinlichkeit, dass eine KI-Antwort eine konkrete Kaufempfehlung ausspricht – erreicht die Allianz einen Wert von 90 Prozent.
Interessant wird es bei einem Blick auf die Zitierungen im Detail: Obwohl Zurich bei den reinen Markennennungen nur Rang drei belegt, schafft es die Marke mit 308 Domain Citations auf Platz zwei des Zitierungs-Rankings – dicht hinter der Allianz. Die Wiener Städtische findet sich mit 140 Zitierungen im breiten Mittelfeld wieder, knapp hinter Generali, die bei 8,6 Prozent Brand Coverage und 156 Citations liegt.
Wer sich für die kompletten Rankings, weitere Marken und sämtliche Prompt-Kategorien interessiert, findet die volle Auswertung auf studies.slopelift.com.
Warum YouTube und Vergleichsportale oft mehr zählen als die eigene Website
Ein besonders aufschlussreicher Teil der Studie betrifft die Frage, woher die KI ihre Informationen eigentlich bezieht. Die Antwort: Nicht primär von Versicherungs-Websites selbst. Mit 646 Zitierungen ist youtube.com die mit Abstand meistgenutzte Quelle im gesamten Prompt-Set – noch vor jeder einzelnen Versicherungsmarke. Auch das Vergleichsportal durchblicker.at kommt mit 570 Citations auf mehr Zitierungen als allianz.at, die meistzitierte Versicherungs-Domain im Land. Weitere österreichische Vergleichsseiten wie checkeverything.at (207 Citations) und hi-sophia.at (172 Citations) tauchen ebenso im Quellenmix auf wie die deutschen Portale finanztip.de (389) und verivox.de (212).
Je nach Branche greifen KI-Suchsysteme also auf ganz unterschiedliche externe Quellen zurück, bei Versicherungen sind das in erster Linie Vergleichsportale und erklärende Videoinhalte. Klassisches SEO auf der eigenen Domain reicht für Versicherer daher nicht mehr aus – gefragt ist ein ganzheitlicher GEO-Ansatz, der diese zusätzlichen Kanäle mitdenkt.
Was Versicherer aus den Zahlen mitnehmen können
Aus den Studienergebnissen lassen sich drei Handlungsfelder ableiten, die über die reine Markenbekanntheit hinausgehen:
1. Der Inhalt zählt mehr als die Markengröße: KI-Systeme greifen bevorzugt auf Websites zurück, die Versicherungsthemen nachvollziehbar aufbereiten, Tarifdetails offen kommunizieren und echten Orientierungswert liefern.
2. Präsenz außerhalb der eigenen Domain lohnt sich: Da Plattformen wie YouTube, durchblicker.at, checkeverything.at und hi-sophia.at häufiger zitiert werden als die meisten Versicherungswebsites selbst, wirkt sich Sichtbarkeit dort spürbar auf die gesamte KI-Präsenz einer Marke aus.
3. Marken sollten frühzeitig ins Monitoring einsteigen: Da sich KI-Antworten von Tag zu Tag verändern können, verschafft sich einen Vorteil, wer die eigene Sichtbarkeit schon jetzt kontinuierlich im Blick behält und gezielt daran arbeitet.
Die Studie versteht sich als Service für die Branche und ist frei zugänglich. Alle Rankings, sämtliche Prompt-Kategorien sowie die genauen KPI-Definitionen können in voller Länge unter studies.slopelift.com eingesehen werden.





